Treffen der Projektpartner

Projekttreffen in Elazig - 10/2013

15.10.2013 - 18.10.2013:

Anreisetag:

Bei strömendem Regen verabschiedete sich die deutsche Delegation aus dem zutiefst herbstlichen Baden- Württemberg zum dritten Besuch im Rahmen des PRL- Projekts in die Türkei. An einem der höchsten islamischen Feiertage, dem Opferfest erreichte das Team um Frau Schulamtsdirektorin  Elke Labet- Steiner nach kurzem Zwischenstop in der Bosporus- Metropole Istanbul am späten Abend die anatolische Partnerstadt Elazig.

Eine sehr herzliche Begrüßung auf dem neuen Flughafen durch die türkischen Partner folgte eine kurze Fahrt ins Stadtzentrum zu unserem Stadthotel "Marathon"

Dort war die Freude groß, als Burhan Deveci, der ehemalige Koordinator der türkischen muttersprachlichen Lehrer mit seiner ganzen Familie die Heilbronner willkommen hieß. 

Erster Besuchstag:

Beim morgendlichen ersten Projekttreffen stellte in den Konferenzräumen des Hotels stellten die türkischen Partner durch Osman Für, Lehrer an der Isklalal- Schule und Projektleiter Remzi Solmaz den Stand der Projektentwicklung in Elazig vor. Insbesondere wurden Fragen der Stärkung der  Lesemotivation durch die Lehrerinnen und Lehrer und ihr Rollenverständnis thematisiert. Gür stellte weiter mehrere Schreibanlässe für Geschichten vor, die in Bezug auf das gemeinsame Geschichtenbuch in den türkischen Klassen entwickelt wurden. Alle Geschichten werden von den Viertklässlern in einem Portfolio gesammelt. Zuletzt soll ein Geschichtenbuch entstehen, in dem die Texte der Kinder aus der Türkei sowie der Wartbergschüler/innen der Klassen 4a, 4b und 4c und der Viertklässler der Johannes-Häußler-Schule Neckarsulm abgedruckt sind.

1. Arbeitssitzung in Elazig
Schulamtsdirektorin Elke Laber- Steiner bedankte sich im Rahmen der Arbeitssitzung für den lieben Empfang der Delegation und überbrachte die Grüße der beteiligten Institutionen. Sie berichtete in kurzer Form von den Aktivitäten in der Region Heilbronn/Neckarsulm und freute sich besonders über die Fortschritte im Projekt in Bezug auf die Methoden der Leseförderung.

Nach der 1. Arbeitssitzung stand die Abfahrt zum Kebab- Stausee im Dolmus des Schulamtes auf der Tagesordnung. Die Fahrt durch das wildromantische anatolische Hochland in der Region Elazig beeindruckte die deutsche Delegation wiederum sehr. Auch in kleineren Gemeinden war erkennbar, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Infrastruktur nicht nur im Bildungssektor zu verbessern und die Lebensbedingungen der Bürger nachhaltig zu verbessern. 

Nach der Überfahrt mit der Fähre über den Stausee fand ein beeindruckendes Picknick mit selbstgefangenen Forellen am Ufer des Stausees statt, das mit einem großen Lob für die fantastische türkische Küche begann und von vielen spannenden und unglaublichen Geschichten über die Region Elazig und das  Staudammprojekt begleitet wurde.

Nach der abendlichen Rückfahrt mit der Fähre war als besonderer Höhepunkt die Einladung des Schulleiters der Partnerschule, Herrn Mehmet Yildirimer in sein Haus außerhalb von Elazig. Auf einem großen Gelände wird Obst und Gemüse angebaut und in verschwenderischer Vielfalt geerntet. Im Wohnzimmer der Familie gaben am Abend fünft Studenten des staatlichen Konservatoriums ein beeindruckendes Konzert für die anwesenden Gäste. Mit Violine, Klarinette und klassischen türkischen Instrumenten wurde ein Klangteppich gewebt, der alle Beteiligten begeisterte und zum Mitmachen einlud. Nach mehreren Stunden und zahlreichen Zugaben der jungen Musiker und einem frisch zubereiteten Essen (Harput - Köfte) fasste Elke Laber- Steiner treffend zusammen:"Unglaublich!"

Zweiter Besuchstag:

Am frühen Morgen des nächsten Besuchstages begann nach dem Frühstück schon die Vorbereitung für ein ungewöhnliches und beeindruckendes Erlebnis. Gemeinsam mit den türkischen Partnern fuhr die Unterländer Delegation wiederum mit dem Bus des Schulamtes in eine Stadt, die noch vor wenigen Jahren für Außenstehend nicht zugänglich war: Dyabakir.

Der Transport über die fast fertiggestellte Verbindungsstraße (Autobahn)  in die Stadt am Tigris war beeindruckend. Menschenleere Hochtäler wechselten sich mit tiefen Schluchten ab, bevor die Abfahrt in das Schwemmland rund um Dyabakir begann. 

Baumwolle
Endlose Baumwollfelder, die gerade abgeerntet wurden, zeigten den Übergang in das sehr fruchtbare Schwemmland rund um Dyabakir, das heute rund eine Million Einwohner zählt. Über 20000 Flüchtlinge aus dem nahen Bürgerkriegsgebiet in Syrien leben schätzungsweise in und um die historische Stadt, deren Altstadt von einer Stadtmauer aus schwarzem Basalt  umgeben und geschützt ist. Sie ist eine der längsten antiken Stadtmauern der Welt und durchgehend erhalten. Dybakir wird fast ausschließlich von Kurden bewohnt und birgt in seinen gut geschützten Mauern am Steilufer des Tigris unzählige historische islamische und christliche Bauwerke.

Stadtmauer
Geführt von einem türkischen Kollegen besichtigten die deutschen und türkischen Reisenden die Karawanserei und die Altstadt von Dybakir, bestaunte die riesigen Melonen auf den Märkten und konnte sich dem Zauber der Stadt kaum entziehen.

Karawanserei
Ohne Reifenpanne gelang dann der Rücktransport ins heimische Elazig problemlos.

Ein besonderes Beispiel der großen Gastfreundschaft wurde der deutschen Generation dann aus Anlass der zweiten Projektsitzung des Besuchs zuteil: Auf Einladung der Familie Deveci durfte die Delegation erleben, wie das Opferfest in den Familien begangen wird. Die ganze Familie und Freunde kommen zu Besuch und werden mit süßen Leckereien und Essen verwöhnt, Gespräche und der Austausch von Neuigkeiten und Geschichten stehen im Mittelpunkt dieses großen Familienereignisses. Wie selbstverständlich durften die Gäste aus dem fernen Deutschland dem beiwohnen, bevor dann die Arbeit am Projekt weiterging.

Im Mittelpunkt standen die Absprachen über den weiteren Fortgang der Arbeit und die Kommunikation der Projektmethoden und Ergebnisse, sowie die ersten Festlegungen bezüglich des Zeitplans für das deutsch- türkische Geschichtenbuch. Die Planungen für den Besuch der türkischen Delegation in Deutschland und die Pressearbeit runden die Sitzung, die bis weit nach Mitternacht dauerte, ab.

Abreisetag:

Der Abschied von den türkischen Freunden am Flughafen von Elazig fiel allen schwer - nach einer reise mit unvergesslichen Erlebnissen und aufregenden Situationen. Susanne Ruof vom Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Heilbronn freute sich aber wie alle Delegationsteilnehmer schon auf das nächste Treffen im November in Heilbronn:"çok teşekkürler!"

Sprachauswahl

German English Turkish

Uhrzeit DE / TR

NeckarsulmElazig

Was ist PRL?

Das Projekt "PRL" schlägt eine Brücke zwischen zwei Ländern, nämlich Deutschland und der Türkei. Die Leseförderung und Steigerung der Lesekompetenz der Schüler und Schülerinnen, insbesondere der benachteiligten ( in kognitiver, sozial-ökonomischer kultureller Hinsicht) steht im Mittelpunkt einer innovativen Kooperation lokaler Institutionen.